Die alte Petterweiler Kirche
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Unsere Dorfkirche, mit ihrem einfachen
achteckigen Turm gegenüber mancher Kirche in der Umgebung sehr schlicht, blickt
auf ein hohes Alter zurück. Etwa um das Jahr 800 ist hier die erste Kapelle
errichtet worden (Steitz). Andere Verfasser datieren den noch erhaltenen
östlichen Teil um das Jahr 900 (U.GT.:1936, 1/6). |
Holzkirche. Die Kapelle ist
dem heiligen Martin geweiht; auch darin kann ein Anzeichen für die sehr frühe
Gründung der Pfarrei gesehen werden. Um 1500 taucht ein weiteres Patrozinium
auf, und von da ab ist die Kirche dem heiligen Martin und dem heiligen
Bonifatius geweiht.
Um 1200 wird die Kirche vergrößert und nach Westen
angebaut; außer einigen noch sichtbaren Teilen des Fundaments ist der romanische
Sandstein-Torbogen
in der Westfassade das schönste Zeugnis dieser romanischen Kirche. Aus der
gleichen Zeit stammt der alte
Taufstein.
1635 wird die Kirche in den
Kriegsereignissen des 30jährigen Krieges schwer beschädigt. Erst 1653 wird sie
vollständig wiederhergestellt und hat seitdem ihre Gestalt nicht mehr wesentlich
verändert. 1788 erhält die Kirche größere Fenster. 1905 und 1906 wird die
Westmauer, die sich auszuwölben begann, durch zwei Stützpfeiler verstrebt. Die
letzte große Reparatur erfolgte 1959, als der Turm neu gedeckt und verkleidet
wurde.
Die Zerstörung im 30jährigen Krieg und der Wiederaufbau
sind in einer Inschrift niedergelegt. Sie ist sehr schwer zu entziffern und
befindet sich an der
großen
Säule
hinter dem
Altar. Die Inschrift und ihre Übersetzung
lauten:
CHRONOSTICON ANNO
DESTRUCTIONIS MDCXXXIIIII DENVO
SACRA DESTRUCTA EST AEDES GRASSANTE ET IN ARVIS
PUGNA TEUTONIGIS HOC PESTICHO ANNO ERAT
ANNO REPARATIONIS MDCLIII DIVINAE PROVIDENTIAL
SUAVIS
NUTU IN HONOREM PACE DATA JESHU DENVO REPARATA
EST
"Chronik.
Im Jahre der Zerstörung 1635 wurde das heilige Haus neuerdings zerstört,
während in deutschen Landen der Krieg wütete; in diesem Pestjahre war es.
Im Jahre des Heils 1653, da durch Ratschluss der süßen göttlichen
Vorsehung der Friede uns wiedergeschenkt war, wurde es zu Ehren Jesu
wiederhergestellt" (Steitz: 1937, 13/7).
Literatur
